Was dieser Planer kann — und was nicht
Prototyp für Tourismus NRW e.V. nach dem Gespräch vom 7. September 2026. Er zeigt an drei Touren aus drei Regionen, wie sich Schatten auf Wanderwegen berechnen und für die Planung nutzen lässt. Damit die Voraussetzungen von Anfang an klar sind, steht hier alles Wesentliche offen, auch das, was der Planer bewusst nicht leistet.
Drei Touren
- Rothaarsteig von Brilon bis Dillenburg, rund 152 km. Ausgewertet wird der ganze Weg und jede der acht Tagesetappen nach dem Rothaarsteigverein, jeweils mit eigener bester Startzeit.
- Teutoschleife Dörenther Klippen im Teutoburger Wald, rund 9 km.
- EifelSchleife „Stille im Buchenwald“ in der Nordeifel, rund 16 km.
Für jede Tour und jeden der nächsten sieben Tage steht unter Touren die beste Startzeit: der Zeitpunkt, zu dem der Schattenanteil über die gesamte Gehzeit am größten ist. Die Linienführung aller drei Touren stammt aus OpenStreetMap. Über eine Datenanbindung ließen sich stattdessen die gepflegten Tourdaten der Regionen einspielen.
Die Etappen des Rothaarsteigs sind hier etwas kürzer als auf rothaarsteig.de, weil dort die Wege in die Etappenorte hinein mitgezählt sind. Ausgewertet wird nur der Weg selbst.
Beispieltag Hitze
Neben den nächsten sieben Tagen lässt sich der 14. August 2026 wählen: 32,8 °C und fast wolkenlos in Schmallenberg, mit echtem Wetter aus dem Archiv von Open-Meteo. So lässt sich die Wirkung auch außerhalb des Sommers zeigen. Laubschatten zählt der Planer von Mai bis Oktober; im Winterhalbjahr bleibt im Wald nur der Geländeschatten.
Freier Routenplaner rund um den Rothaarsteig
- Drei Arten von Route: Strecke von A nach B (mit beliebig vielen Zwischenpunkten), Runde ab einem Punkt mit Wunschdauer, und eigene Runde, bei der Start gleich Ziel ist.
- Gesucht wird nicht die kürzeste, sondern die schattigste Verbindung. Wie viel der Schatten an Umweg kostet, steht im Ergebnis: Sie sehen die direkte Strecke daneben. Der Umweg ist auf das 1,6-Fache begrenzt, sonst würde der Planer beliebig lange Wege vorschlagen, nur um Sonne zu vermeiden.
- Umschaltbar zwischen Wandern und Radfahren (Tempo, Relief, Fangdistanz).
- GPX-Download jeder berechneten Route, mit Höhenwerten und dem Schattenanteil in der Beschreibung, direkt in Komoot oder auf das GPS-Gerät ladbar.
- Auf Wunsch führt die Route bewusst an einer Wasserstelle, einem Unterstand oder einer Badestelle vorbei (gilt für Strecken mit Start und Ziel).
Wie die Schattenberechnung funktioniert
Für jeden Wegabschnitt ist hinterlegt, wie hoch der Horizont ringsum ist (aus dem europäischen Höhenmodell Copernicus GLO-30) und ob der Abschnitt im Wald liegt (aus OpenStreetMap). Zur gewählten Uhrzeit wird der Sonnenstand berechnet: Steht die Sonne tiefer als der Horizont in ihrer Richtung, liegt der Abschnitt im Geländeschatten. Dazu kommen Wald und Bewölkung aus der Wettervorhersage.
Jeder Abschnitt zählt nur einmal, nach der Rangfolge Gelände → Wald → Bewölkung. Ein Waldstück, das zugleich im Geländeschatten liegt, erscheint deshalb unter „Geländeschatten“; der Waldanteil der Tour ändert sich dadurch nicht. Bei tiefer Sonne wächst der Gelände-Anteil zulasten des Wald-Anteils.
Grenzen, die Sie kennen sollten
- Frei geplant wird nur rund um den Rothaarsteig, etwa 10 km beiderseits des Weges, von Brilon und Willingen bis Dillenburg. Außerhalb der hervorgehobenen Fläche ist kein Wegenetz vorbereitet. Teutoschleife und EifelSchleife sind feste Touren.
- Eine Teilstrecke ist begrenzt auf 40 km Luftlinie beim Wandern und 120 km beim Rad. Für längere Strecken setzen Sie einen Zwischenpunkt; das begrenzt nicht die Länge, sondern die Rechenzeit je Teilstück.
- Rundtouren folgen vorhandenen Wegen. Die gefundene Länge weicht deshalb von der Wunschdauer ab, im Test um höchstens ±9 %. Der Planer zeigt beides, gesucht und gefunden.
- Das Höhenmodell ist ein Oberflächenmodell und enthält damit auch Baumbestand. Für den Schattenwurf ist das eher von Vorteil, für absolute Höhenangaben nicht.
- Kein Ersatz für die Tourenplanung vor Ort. Wegzustand, Sperrungen und Betretungsregeln sind nicht berücksichtigt.
- Die Wettervorhersage reicht rund sieben Tage; weiter voraus lässt sich die Bewölkung nicht sinnvoll einrechnen.
Einbetten
Einzeltour und freier Planer lassen sich unabhängig voneinander in eine bestehende Seite setzen. Den fertigen Code gibt es unter Einbetten, wahlweise mit automatischer Höhenanpassung. Die Kartenkacheln holt der Server, nicht der Browser der Besucherinnen und Besucher; zum Kartenanbieter fließt damit keine Endnutzer-IP.
Was bewusst nicht enthalten ist
- Keine Anbindung an Tourendatenbanken. Touren und Geometrien kommen aus OpenStreetMap, nicht aus den Datenbanken der Regionen. Das wäre der nächste Schritt.
- Keine Nutzerkonten, keine gespeicherten Routen, keine Cookies, kein Tracking.
- Kein Verschieben gesetzter Punkte per Ziehen: Punkte werden angehängt und einzeln zurückgenommen.
Datenquellen
- Touren, Wegenetz, Wald und Ausstattung: OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)
- Höhen und Horizont: Copernicus GLO-30 (Oberflächenmodell)
- Wetter, Bewölkung und UV: Open-Meteo (Vorhersage und Archiv)
- Kartendarstellung: Maptoolkit (Toursprung)
- Etappenorte des Rothaarsteigs: Rothaarsteigverein e. V. (rothaarsteig.de)
Fragen, Fehler, Wünsche: Friedemann Schütz · f.schuetz@posteo.de